Paul-Hans, Helmut und Alexander, seit über 20 Jahren befreundet und verbunden durch die ihre Montagsgruppe, gehen gemeinsam auf den Jakobsweg über die Pyränen nach Burgos
Mittwoch, 16. Mai 2012
1. Tag - Sonntag, den 13. Mai - Begegnungen
Warum macht man eine solche Reise, warum mache ich eine solche Reise? Da gibt es religiöse, sportliche, kulturelle Motive, ich möchte Spanisch sprechen und das Land und die Regionen besser kennenlernen und dann geht es auch um Begegnungen.
Endlich ging es los, mit der Straßenbahn zum Bahnhof. Wir fielen bestimmt auf in unserem Wanderoutfit, doch das war unser Eindruck. Wir wollten ja dann vom Düsseldorfer Hauptbahnhof mit dem Zug nach Köln. Auf dem Bahnsteig in Düsseldorf wartend kam eine Frau mittleren Alters auf uns zu, mit feetigen Haaren, schlechten Zähnen und sofort dachte ich an Obdachlos und weitere unschöne Dinge und ich wollte den Kontakt vermeiden. Sie trug einen Rucksack mit vielen verfilzten Freunschaftsbändchen und sagte zu mir ?" das sieht ja recht professionell aus, wohin wandern sie denn" ich antwortete nur knapp "Südfrankreich". "dann geht es etwa auf den Jakobsweg?" erwiderte sie artikuliert und interessiert. "Leute von dort habe ich noch nicht kennengelernt." Paul-Hans bejahte das und wir kamen ins Gespräch. Sie ist eine arbeitslose Musikpädagogin, die auch Theologie studierte und auf ihrer persönlichen Pilgerreise. Sie zietierte plötzlich Picasso" ich suche nicht , ich finde", was für ein Zufall, denn erst kürzlich wurde mir genau da Zitat als Leitmotiv anempfohlen.
Die Frau kommt aus Münster und verdient sich ihr Geld mit Fahrradwaschen , Rasenmähen, Haushüten und Glücksgedichten. . "kann ich ihnen ein Glücksgedicht gegen eine kleine Spende schenken? So zückte Paul-Hans das Portemonnaie und die Frau suchte ein Gedicht aus ihrem Rucksack und las es uns dann auch noch vor. Welche Wendung: erst Widerstand, doch dann war es eine interessante, erste Begegnung. Möge uns das Gedicht Glück bringen:
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