Was hatten wir einen schönen und entspannten Tag in Ranero, wir lagen in der Sonne auf dem gepflegten Rasen, lasen, ich machte Yoga, wir erzählten und stießen noch vor dem Abendessen mit einem Gläschen Wein auf unser Glück an.
Wir hatten uns mal wieder für das 10 Euro Pilgermenue entschieden mit Vorspeise, Hauptspeise, Dessert und einer Flasche Rotwein. Ich nahm bewußt nur zwei Vorspeisen und das Verhängnis nahm sein Lauf: Spargel Ok, dann Maccaroni mit Fleischsoße... Es stellte sich heraus, dass die Soße aus Chorizzo Würstchen bestand...schmeckte sogar anfänglich....der Rest ist Schweigen, ich musste auf meine Nachtruhe verzichten und bin die 19 km heute ohne Essen und nur mit schwarzem Tee und Cola im Bauch gelaufen.
Der Weg gab mir aber die Kraft, es zu bewältigen. Wolkenloser Himmel, aber doch ziemlich kalt, abwechslungsreiche Landschaft, der Weg ging parallel zu einer einsamen Landstraße und es gab wieder soviel zu sehen und zu bestaunen. Das Klima ist hier schon mal eine Anmerkung Wert: wir wandern hie konstant auf einer Hochebene von 800 - 900 Meter über dem Meeresspiegel, die Sonne brennt und ein Atlantikhoch sorgt für ständigen kalten Wind. Im Schatten sind es nur 12 - 20°C und nachts auch nur knapp über Null, doch in der Sonne werden wir geröstet. Zum Wandern ist das Ideal, doch ohne starken Sonnenschutz geht hier nichts und doch muss die dicke Jacke immer in Reichweite sein.
In Mansilla angekommen, habe ich mich erst mal ins Bett gelegt und Siesta gehalten, während Paul-Hans und Helmut dass Städtchen erkundeten. Die Beiden haben sich rührend um mich gekümmert, ich hatte gerade eine Reissuppe gekocht bekommen - köstlich :-) und die Zwei sind jetzt beim Abendessen, was ich mir noch garnicht vorstellen möchte. Zum ersten Mal bekomme ich mit, wie die einzelnen Pilgergruppen ihre Abendessen selbst bereiten: 10 Koreaner kochen zwei Hühner mit geschätzten 20 l Reis in einem Riesentopf. Die Hopitalerios sind schon fast verzweifelt und die Hospitalioera bekommt von einem Pilger eine dicke Melone geschenkt, was für eine spanische Frau ziemlich anzüglich ist und auf ihre Oberweite anspielt.
Es ist schon toll, was man so erlebt und mit Demut und Freude und einer Banane im Bauch geht es morgen auf den letzten Wegabschnitt für dieses Jahr.
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