Samstag, 26. April 2014

3. Tag, Hornillos del Camino - Castrojeriz, 21 km

Nach unserm Pilgermenue im kleinen Bistro gegenüber unsere Herberge ging es wieder mal früh ins Bett. Diesmal sind wir aber deutlich später gestartet, da es kälter werden sollte und wir nicht schon im Morgengrauen los wollten. Kaum vor der Tür, fing es an zu nieseln... Hatte die Wetter App doch mal recht. Wir holten sofort unsere Regenponchos raus und rüsteten uns auf einen Regentag. Es war Gott sei Dank kein Starkregen, dennoch blöd! So maschierten wir bei grauen Himmel einen sehr schönen meditativen Weg entlang, leicht gewunden durch hügelige Landschaften und dann wieder gerade durch platte Felder. Entlang der Felder war der Boden so weich geworden, dass uns an jeder Sohle gefühlte ein Kilo Lehm und Acker anhafteten. Das war eine ziemliche Sauerei und so sahen wir auch zumindest an den Beinen und Schuhen aus; obenrum immer noch die Regenmäntel, unten Dreck und Erde und nasse Hosenbeine. Immer wieder ließ der Regen nach und uns auf Sonne hoffen, doch es wurde nichts daraus. In Hontanas gab es auf halber Tagesstrecke endlich unser Frühstück und eine Pause, um wieder etwas zu trocknen. Gestärkt und voll Zuversicht auf besseres Wetter und Sonne ging es weiter. Die schlammigen  Wege gingen über in schmalere und steinigere und unebenere Wege  - wir wurden achtsamer und doch war es plötzlich geschehen. Paul- Hans lief hinter uns und plötzlich lag er auf dem Boden.  Schnell halfen wir ihm auf; hoffentlich war dem Fußknöchel nichts passiert!!!! Nach dem ersten Schreck, schien der Fuß OK zu sein, doch Paul- Hans hatte sich an einem Dornenbusch die Wange blutig geschrammt und dann ...das Knie war aufgeschlagen und blutete. Schnell wurden die Wunden versorgt und Paul Hans wollte kein Drama und lief sofort tapfer weiter. Um es vorweg zu nehmen, nach weiterer Begutachtung und späterer Versorgung- es geht ihm gut und wir sind mit dem Schrecken davon gekommen. Was für ein Held!
Wir sind trotz der Widrigkeiten zeitig an unserem Zielort eingetroffen und hatten die freie Wahl der Herbergen. Ich glaube, wir haben es sehr gut angetroffen, Doppelzimmer mit Bad für den verletzten und die akute Wundversorgung und Helmut im Schlafsaal, doch zusammen in gemeinsamer Herberge.  Nach der Versorgung der Blessuren ging es sofort an die Versorgung der Wäsche, denn unsere Hosen sahen abenteuerlich aus.
Mittlerweile haben wir den kleine Ort schon erkundet und wir genießen den Nachmittag. Die beste Nachricht: wir sind gesund, uns geht es gut und wo wir sind ist die Sonne...zumindest zeigte sie sich heute nachmittag wieder.

2 Kommentare:

  1. Hallo Ihr Lieben Drei, das hört sich ja ziemlich dramatisch an. Ihr 3 in der nordspanischen Wildnis und Paul-Hans verletzt. Jedoch scheint Ihr ja Alles ziemlich gut im Griff zu haben. Da kommen Euch bestimmt auch noch die Erfahrungen von Eurem ersten Camino zugute. Wir wünschen Euch heute einen schönen Tagesmarsch, eine nette Herberge für die Nacht und sind gespannt auf den nächsten Etappenbericht, Frank und Harald

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  2. Hallo, Ihr Lieben!! Wir freuen uns, dass es Paul-Hans nach dem Sturz und Euch nach dem Schreck doch gut geht. Hier gab es seit gestern Abend bis heute Mittag den lang ersehnten Landregen. Wir wünschen Euch, dass Ihr die nächsten Etappen ohne Zwischenfälle gehen könnt. Liebe Grüße Harald und Frank

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