Nach meiner 2. Etappe auf dem
Camino von Burgos nach Leon, die ich gemeinsam mit Paul-Hans alias Pablo und
Alexander in 9 Tagen und 187 km geschafft habe, beginnt nun bereits gedanklich
die Vorbereitung auf die 3. und letzte Etappe von Leon nach Santiago de Compostella.
In Leon haben wir eine Tafel mit dem Hinweis -306 km bis Santiago de Compostella-
gesehen. Für die letzte Etappe brauchen
wir sicher deutlich mehr Tage, zumal laut zuverlässiger Quelle darin einige
schwierige Passagen enthalten sind. Die sorgfältige Planung der letzten Etappe
haben wir uns (zu zweit, zu dritt oder gar zu viert) für den Winterurlaub vorgenommen,
den wir gemeinsam in Nauders verbringen werden.
Aber erst noch mal ein Blick
zurück an den Anfang unserer gemeinsamen Wegstrecke von Burgos nach Leon.
Alexander und Paul-Hans und ich
trafen zeitgleich am Flughafen Düsseldorf ein. Nach einer freudigen Begrüßung
klappte das Einschecken reibungslos und wir hatten einen angenehmen Flug nach
Bilbao. Mit dem Flughafen-Transferbus ging es zum Busterminal. Dort hatten wir
noch Zeit genug, um bei schönstem Frühlingswetter einen kleinen Imbiss,
Tortilla u.a., zu uns zu nehmen. Mit dem Alsa-Bus ging es in 1 ¾ Stunden
Fahrzeit nach Burgos. Da die private Herberge bereits voll war – in der
benachbarten Kapelle nahmen wir später an der zügig verlaufenden und unter
geringer Pilgerteilnahme stattfindenden Messe teil- , bekamen wir Unterkunft in
der städtischen Herberge. Großer Schlafsaal und leider keine „Mantas“, so dass
ich voll bekleidet zu Bett ging. Die Temperatur ging wie auch in den folgenden
Tagen stark zurück (gefühlte Minusgrade), aber im Laufe des Vormittags, bis auf
eine Ausnahme, setzte sich strahlender Sonnenschein durch. Ideale
Wanderbedingungen.
Am Ziel unserer 1. Etappe
richteten wir uns „häuslich“ ein und genossen die Ruhe und Muße in Hornillos
del Camino. Hier trafen wir auf ein finnisches Ehepaar mit ihren 2 Töchtern, denen
wir auch in den nächsten Tagen immer wieder bis Calzadilla de la Cuesa
(5.Etappe) begegneten. In Hornillos del Camino trafen wir auch auf die Fränkin,
mit der wir durch den Zigarettenaustausch ins Gespräch kamen. Auch sie trafen
wir immer wieder auf dem Camino. Beim Abendessen hatte die „durchgeknallte“
Holländerin ihren ersten Auftritt. Sie trafen wir auch immer wieder mal bis zum
Schluss in Leon. Der bemerkenswerteste Auftritt dieser Person war in der Kirche
von Boadilla del Camino als sie auf die Kanzel stieg und von dort aus eine Arie
schmetterte. Daraus erfand Paul-Hans für sie die Bezeichnung „Maria Callas“. Die Stimme ist nicht schlecht aber der
Auftritt war unangemessen. Während der 4. Etappe trafen wir kurz hinter
Fromista auf die 2 Gambacher Frauen, mit denen ich Erinnerungen aus meiner Zeit
in Wetzlar austauschte. Am nächsten Tag trafen wir sie wieder auf dem Rastplatz
zwischen Carrion de los Condes nach Calzadilla. Wir machten Fotos. Auf dieser
Strecke durch die Meseta – sie ist ein Teil der Via Aquitana- gibt es keine Einkehrmöglichkeiten
und die Bewirtschaftung des einzigen Rastplatzes auf dieser Strecke ist nicht immer
vorhanden. An diesem Tag konnte man sich aber mit Verpflegung versorgen.
Rita aus Geldern begleitete uns
auch ein Stück des Weges. Sie ist sehr wandererfahren und wie viele andere auch
allein unterwegs. Aber wer bleibt auf diesem Weg schon allein.
In der sehr schönen Herberge in
Calzadilla de la Cuesa treffen wir zum letzten Mal auf das finnische Ehepaar
mit Tochter (eine war inzwischen zurückgefahren), auf den schnarchenden
Holländer (auch ihn treffen wir danach noch mehrmals wieder und achten darauf,
nicht in einem gemeinsamen Zimmer zu übernachten), auf die junge Berlinerin,
den holländischen Akkordeonspieler.
Es ist schon unglaublich wie
schnell wir nach unserem Einstieg in Burgos in der „Pilger-community“ Anschluss
gefunden haben. Schnell kommt man ins Gespräch mit Menschen aus aller Welt,
trennt sich und findet sich plötzlich und unerwartet wieder, tauscht Erlebtes
aus.
Weitere Personen, die mir besonders
im Gedächtnis geblieben sind:
Claudia aus Langenfeld; Günther
aus Hessen (ehemaliger Lehrer); Ingo aus Franken mit der Gitarre; Achim
aus Hamburg- zum 4. Mal auf dem Weg und trotz eines Schwächeanfalls
weitergehend; das Paar aus Alaska (sehr laute Stimme); das Paar aus Australien
(Foto?), die euphorischeSchweizerin (zeitweise mit der Fränkin unterwegs, sie trafen wir zum letzten Mal in Leon) und den Schweizer Erich, der von Lourdes aus gewandert
ist; die Gruppe Koreaner. Koreaner haben wir immer wieder getroffen. Besonders
beeindruckt hatte mich die Gruppe in der städtischen Herberge in Manzilla de las
Mulas. Sie schälten Berge von Knoblauch um damit zusammen ein Abendessen zuzubereiten.
Später, nach dem Essen, kam es zu einer ausgelassenen fröhlichen Runde im
Innenhof der Herberge, wobei unter Ingos Gitarrenbegleitung gemeinsam Lieder
gesungen wurden. Leider waren wir nicht textsicher. Aber die Stimmung war
grandios.
Die letzte Etappe führte uns dann
nach Leon. Nach 9 Tagen fernab der hektischen Zivilisation hatte uns das
normale, weil gewohnte, Leben wieder eingeholt. Trotzdem hatten wir noch schöne
Tage sowohl in Leon als auch in Santander.
16 Tage unterwegs in Spanien
waren eine wunderschöne Zeit. Viel dazu beigetragen hat sicher auch das
tolle Wetter. Und doch habe ich mich zum Schluss auch wieder nach dem
Alltagsleben in Köln gesehnt. Gefreut habe ich mich natürlich besonders als ich
in der Corkstraße ankam und Bernhard auf dem Balkon sah. Es war ein schönes
Wiedersehen.

unser Selfie nach der Rückkehr darf als Beweis herhalten, dass wir eine gute Zeit hatten und ich auch gerne das letzte Stück mit Helmut wandern möchte - auch wenn ich das Stück schon kenne.
AntwortenLöschenIch kann die Beweiskraft des letzten Fotos von der 2. gemeinsamen Etappe nur unterstreichen und ich freue mich darauf die letzte Etappe mit Alexander zu wandern.
AntwortenLöschenBuen Camino